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Medienmitteilung

Non scholae, sed vitae discimus

Am Freitag forderten die Jungfreisinnigen Basel-Stadt in einem offenen Brief den Basler Regierungsrat dazu auf, an der Durchführung der schriftlichen Maturitätsprüfungen festzuhalten. Das junge grüne bündnis nordwest (jgb) zeigt sich von dieser Forderung stark irritiert. Für das jgb ist es selbstverständlich, dass die Chancengerechtigkeit auch zu Zeiten einer globalen Krise gewährleistet sein muss und deshalb die diesjährigen Abschlussprüfungen im klassichen Sinn abgesagt werden müssen. 

Die aktuelle ausserordentliche Lage verpflichtet uns als Gesellschaft, verstärkt Rücksicht und Solidarität zu leben und besondere Schritte zu ergreifen. Gerade im Bildungswesen mussten einschneidende Massnahmen getroffen werden, welche die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrpersonen von einem auf den anderen Tag vor neue Herausforderungen stellte. Für die Umsetzung des Fernunterrichts fehlten nicht nur ausreichende Kenntnisse, sondern insbesondere Ressourcen und Zeit, um diesen auf gewohntem Niveau und chancengerecht zu gestalten. Folglich ist die Qualität des Fernunterrichts längst nicht äquivalent zum herkömmlichen Unterricht. Während es einigen Schülerinnen und Schülern einfacher fällt, sich selbstständig auf mögliche Prüfungen vorzubereiten, sind andere auf sich alleine gestellt, oder aufgrund der unzureichenden technischen Mittel benachteiligt und müssen unter extremen Belastungen den Schulstoff aufholen.

Hinzu kommen unzählige weitere Umstände, wie etwa die Tatsache, dass die Maturaprüfungen bereits zu einem Zeitpunkt entwickelt wurden, wo Notlage und Fernunterricht noch kein Thema waren. 

Die Jungfreisinnigen Basel-Stadt forderten vergangenen Freitag in einem offenen Brief den Regierungsrat dazu auf, die schriftlichen Maturitätsprüfungen in jedem Fall durchzuführen. Das jgb weist diese Forderung entschieden zurück. Die Maturandinnen und Maturanden haben schliesslich ein mehrjähriges Promotionsverfahren durchlaufen und müssen nicht mehr auf ihre Maturität geprüft werden. Für die Forderung der Jungfreisinnigen Basel-Stadt hat das jgb in keinster Weise Verständnis.

Paula Carle, Co-Präsidentin jgb hält fest: “Das Prinzip der Chancengleichheit muss insbesondere in Krisenzeiten, wie wir sie momentan wegen Covid-19 erleben, erhalten bleiben.”

Kasimir Krneta, Maturand und Mitglied des jgb ergänzt: “Nid für d’Maturpriefig, sondern fürs Läbe tien mir lerne und das isch uns im Momänt wichtiger!” 

Das jgb erwartet vonseiten des Regierungsrats, sich beim Bundesrat vehement für einen schnellstmöglichen Entscheid für die Handhabung der Prüfungen einzusetzen. Es kann nicht sein, dass Schülerinnen und Schüler seit Wochen hingehalten werden und der Entscheid aufgeschoben wird. Dass die Prüfungen unter den gegebenen Umständen abgesagt werden müssen, steht für das jgb ausser Frage. Es schlägt vor, dass Schülerinnen und Schüler Prüfungen fakultativ nachholen können, sollten sie nicht mit den getroffenen Erfahrungsnoten durch die Lehrpersonen zufrieden sein.

Von den Jungfreisinnigen erhofft sich das jgb, dass sie ihren Offenen Brief nochmals überdenken. Es schlägt ihnen vor, doch erst einmal mit den Betroffenen in Kontakt zu treten, um deren Meinung abzuholen. Dies würde allenfalls zu sinnreicheren politischen Äusserungen führen.


 

Paula Carle
Co-Präsidentin jgb nordwest
076 749 26 13

Jo Vergeat
Grossrätin jgb nordwest
078 644 93 33

Junges Grünes Bündnis Nordwest
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