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Medienmitteilung

Medienmitteilung Junges Grünes Bündnis Nordwest - Rettet Menschen statt Konzerne

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem treffen diejenigen am härtesten, welche schon seit Jahrzehnten auf mehr Unterstützung hoffen. Die Jungen Grünen aus der Region Basel setzen sich daher mit verschiedenen Stellungnahmen für die Unterstützung von schwach vertretenen Personengruppen ein. In den nächsten zwei Wochen wird das junge grüne bündnis nordwest (jgb) deshalb mit den Kommissionen, Regierungen und Parlamenten in Kontakt treten und die Medien über dieses Engagement informieren. Heute haben die Jungen Grünen den Bildungs- und Kulturkommissionen sowie den zuständigen Departementen bereits eine Stellungnahme zur Schulbildung während Corona zugestellt und geben so Kindern und Jugendlichen eine Stimme. Weitere Stellungnahmen zu untenstehenden Themen werden folgen.

Ob es sich um Asylsuchende an der griechischen Grenze oder Sozialhilfeempfänger*innen hier bei uns handelt, die alltäglichen Probleme der Schwächsten unserer Gesellschaft häufen sich und die jetzigen Massnahmen helfen den von der Krise am stärksten betroffenen Menschen kaum. Dem jgb ist es ein Anliegen, die Stimmen derjenigen zu stärken, welche keine grossen Lobbyorganisationen hinter sich, und kaum finanzielle Mittel oder ein Netzwerk zur Verfügung haben, um sich politisch einzubringen. Die Krise gefährdet die Grundrechte von zahlreichen Personengruppen und drängt bereits randständige Gruppierungen weiter weg vom gesellschaftlichen Leben. Daher erarbeitet das jgb Stellungnahmen zu Handen der Entscheidungsträger*innen zu folgenden Bereichen und fordert darin echte Solidarität, statt blinde Hilfszahlungen und Kredite: 


Junge Menschen: Kinder und Jugendliche werden oftmals nicht gehört und geniessen kaum Mitspracherecht. Gerade in der heutigen Situation ist es jedoch sehr wichtig, vor allem Kinder, Jugendliche und Auszubildende mit einzubeziehen. In der Schule, zu Hause, in weiterführenden Schulen sowie in der Freizeitgestaltung besteht grosser Bedarf an zielgruppengerechten Lösungen. Nicht zuletzt sind auch Studierende, Forschende und junge Menschen in Ausbildung stark von der Krise betroffen, und es gilt, ihre finanzielle und gesellschaftliche Absicherung und ihre Bildung zu garantieren.


Menschen mit psychischen Erkrankungen: Während psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft ohnehin oftmals als Tabu gelten, haben es betroffene Menschen während der Corona-Krise umso schwerer. Diesen Menschen muss unkompliziert geholfen werden.


Menschen mit sozialer und finanzieller Benachteiligung: Asylsuchende, Sans-Papiers, Arbeitslose, Drogenabhängige, Obdachlose und Armutsbetroffene brauchen jetzt starke Unterstützung. Die Corona-Krise ist für sie nicht einfach mit Home-Office zu bewältigen, sondern bedroht sie existenziell. Ihre Situation muss langfristig verbessert werden. Das jgb wehrt sich dagegen, solche Menschen zu Randständigen zu degradieren und möchte, dass sie als Teil unserer Gesellschaft anerkannt und respektiert werden. 


Menschen, die unter Menschenrechtsverletzungen leiden: Das jgb wehrt sich dagegen, dass gewisse Gruppen übersehen und zurückgelassen werden. Dies gilt auch für geflüchtete Menschen ausserhalb der Schweiz. Das jgb unterstützt die Forderung zur Aufnahme von 5'000 Flüchtlingen  aus Lesbos. Zudem setzt sich das jgb auch für faire Arbeitsbedingungen ausserhalb Europas ein. Das jgb vertritt daher die Ansicht, dass Hilfeleistungen mit der Auflage verbunden sein müssen, in sämtlichen Produktionsschritten faire Handels- und Arbeitsbedingungen vorweisen zu können.


Menschen, die unter der Umwelt- und Klimakrise leiden: Zahlreiche Menschen leiden schon jetzt unter den Folgen unseres Wirtschaftssystems und der Klimakrise, sei dies aufgrund des steigenden Meeresspiegels, Hitze, Erosion oder Pestizid-Belastung. Daher sollen die Unterstützungsgelder der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft an Auflagen geknüpft sein, welche das Netto Null Ziel von 2030 und eine biologische Landwirtschaft (im Import und Export) verfolgt. 

 

Das jgb versteht unter echter Solidarität ein Rettungspaket, welches für die Menschen, nicht für die Konzerne gemacht wird. Damit meint das jgb, dass die Hilfe bei der Bevölkerung ansetzen soll. Die Hilfsgelder sollen in eine umweltfreundliche und faire Wirtschaft gesteckt werden, die direkt den Menschen nützt. Klimaschädliche Grosskonzerne sollen nicht durch den Staat gerettet werden, andernfalls würden sie weiterhin hohe Profite auf Kosten von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen oder zu Lasten der Umwelt abschöpfen können. Wir brauchen Lösungen, die kurzfristig die Grundbedürfnisse der Bevölkerung decken und langfristig allen Menschen eine bessere Perspektive bieten, als sie vor der Krise hatten. Menschen, welche in klimaschädlichen Berufen angestellt sind, muss eine Umschulung ermöglicht werden. Die Zeit nach der Krise gibt uns die Chance auf einen sozial und ökologisch nachhaltigen Wiederaufbau. Diese müssen wir nutzen.

 

"Es ist höchste Zeit für echte Solidarität mit allen Menschen, die schon seit Jahrzehnten unter unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem leiden." sagt Raffaela Hanauer, Grossrätin junges grünes Bündnis

 

Bemerkung: Für das jgb ist klar, dass die Hilfsmassnahmen auch die Probleme der Gastronomie, von Kulturschaffenden, KMU's, Selbständigen, Stundenlöhner*innen, Arbeitnehmenden in systemrelevanten Branchen, (Detailhandel, Gesundheitsbereich etc.), Mieter*innen u.v.m. Gehör verdienen. Da diese Gruppen jedoch schon eine starke Lobby haben, behält sich das jgb vor, diese nur anmerkend zu erwähnen.

Simon Fankhauser
Co-Präsident jgb nordwest
076 527 96 14

Paula Carle
Co-Präsidentin jgb nordwest
076 749 26 13

Raffaela Hanauer
Grossrätin jgb nordwest
079 414 93 37

Junges Grünes Bündnis Nordwest
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