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Medienmitteilung

Qualität von Bildungsarbeit lässt sich nicht standardisieren

Qualität von Bildungsarbeit lässt sich nicht mit vereinzelten Unterrichtsbesuchen messen.

Das junge grüne bündnis nordwest (jgb) zeigt sich bestürzt über die vorgestern bekanntgegebene Einigung zwischen Kanton und der Standesverbände der Lehrerschaft, einen Leistungslohn für Baselbieter Lehrpersonen einzuführen.

Neben ökologischen und sozialen Anliegen setzt sich das jgb auch im bildungspolitischen Bereich ein und sieht sich gezwungen, auf diesen Beschluss zu reagieren.

 

Für das jgb ist es nicht nachvollziehbar, weshalb sich auf ein Lohnsystem nach Leistungsprinzip im Bildungswesen geeinigt wurde, obwohl dieses nicht nur von Seiten der Lehrpersonen und Schulleitungen als hochumstritten gilt.

In unseren Augen stellen sich unterschiedliche Nachteile: unter anderem würde sich ein leistungsorientierter Lohnunterschied sowohl negativ auf die gesamte Schulkultur als auch auf die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Lehrpersonen, sowie auch unter den Lehrpersonen, auswirken. Weiter fällt die Arbeit von Lehrpersonen so unterschiedlich und vielseitig aus, dass sich dieses Engagement nicht beurteilen, gar standardisieren lässt.

 

Die Hauptkritik des jgb’s richtet sich jedoch an das Grundprinzip eines Leistungslohns: nur Quantität ist vergleich- und messbar. Die Qualität, welche die Grundlage eines gelingenden Lehren- und Lernens ist, wird dabei nebensächlich.

Paula Carle, Primarlehrerin und Co-Präsidentin des jgb’s meint hierzu «Die Qualität von Erziehungs- und Bildungsarbeit lässt sich unmöglich in einer dreistufigen Bewertungsskala einteilen.»

Nicht zuletzt zeigen die Erfahrungen aus anderen Kantonen wie St. Gallen, in dem der Leistungslohn wieder abgeschafft wurde, oder Zürich, dass sich dieses System nicht bewährt.

 

Das jgb anerkennt, dass die Qualität der öffentlichen Schule gewährleistet werden muss. Anpassungen im gesamten Bildungssystem sieht es folglich als unabdinglich. Um dies jedoch zu ermöglichen, darf nicht der ohnehin bereits an Ansehen verlierende Lehrberuf durch einen Leistungslohn noch unattraktiver gestaltet werden.

Deshalb fordert Lou Zesiger, Primarlehrerin und Vorstandsmitglied «Um die Unterrichtsqualität zu sichern und zu verbessern, ist es deshalb dringlicher und effektiver, dass sich der Kanton für bessere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten einsetzt».

Paula Carle

Co-Präsidentin jgb nordwest
076 749 26 13

Lou Zesiger

Vorstandsmitglied jgb nordwest
079 547 55 35

Junges Grünes Bündnis Nordwest
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