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Medienmitteilung

Offener Brief ans Präsidialdepartement - Neue(r) Stadtentwickler*In

In einem offenen Brief wendet sich das junge grüne Bündnis an das Präsidialdepartement und teilt der Regierunspräsidentin Elisabeth Ackermann die Wünsche der Jungen Grünen für die zukünftige Stadtentwicklung der Stadt Basel mit. Grund dafür ist die momentane Situation: Noch ist nicht bekannt, wer die Stelle des entlassenen Stadtentwicklers Thomas Kessler in Zukunft besetzen wird. Falls das Departement die Stelle bereits besetzt hat, soll der offene Brief der/demjenigen ein Denkanstoss sein. Falls die Stelle noch offen ist, dient der Brief dazu, den Auswahlprozess zu beeinflussenen


Offener Brief an das Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt 

Sehr geehrtes Präsidialdepartement,

 

Liebe Elisabeth,

 

da die Kaderstelle in der Stadtentwicklung momentan frei ist, können Sie grossen Einfluss auf die zukünftige Stadtentwicklung nehmen. Mit der Neubesetzung dieser Stelle haben Sie die Chance, starke ökologische, soziale und nachhaltige Akzente zu setzen. Unserer Ansicht nach sollten Sie diese nutzen. Im Folgenden zeigen wir die Wünsche auf, die wir als junge Generation an eine zukunftsgerichtete Stadt stellen:

 

1. Urban Citizenship: für eine Teilhabe am Stadtleben für alle

Die Stadt ist der Lebensraum all ihrer Bewohnerinnen und Bewohner, unabhängig ihrer Herkunft. Das Recht auf Teilhabe gilt allen. Jeder soll am Standleben beteiligt sein und bei der Gestaltung mitbestimmen dürfen. Das Konzept Urban Citizenship ist bereits in verschiedenen Städten umgesetzt und wird inzwischen auch in mehreren Schweizer Städten diskutiert. Mit einem Ausländeranteil von 35.7% haben momentan mehr als ein Drittel der Basler Bevölkerung jedoch kein Mitbestimmungsrecht. Darin sind die Sans-Papiers, welche nicht nur von der Mitbestimmung, sondern vom gesamten Stadtleben ausgeschlossen sind, nicht eingerechnet. In unseren Augen muss dies schnellstmöglich geändert werden.

 

2. Keine Stadt der Reichen: Stadtentwicklung für die Bevölkerung statt die Wirtschaft 

Die Stadt ist der Lebensraum ihrer gesamten Bevölkerung, weshalb auch alle ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden sollten. Die momentane Entwicklung zeigt jedoch, dass immer mehr Wohn- und Lebensraum zu Gunsten der Wirtschaft weichen muss. Eine Grüne Stadtentwicklung sollte hier ansetzen.

 

3. Keine Konsum-Stadt: Für eine Stadt zum Leben, nicht zum Konsumieren

Gestaltungsfreiheiten in den Quartieren sowie öffentliche Tische sollen dazu führen, dass sich das Leben wieder vermehrt im gemeinschaftlichen Raum abspielt. Durch solche neue Begegnungsräume kann ein Austausch innerhalb der Bevölkerung ermöglicht werden. Die Stadtentwicklung soll vermehrt die Grundbedürfnisse und weniger den Konsum berücksichtigen. Öffentliche Toiletten für alle Geschlechter sowie ein Velosharing nach Pariser-Vorbild wären ein Anfang.

 

4. Erhalt von Altbauten und historischen Arealen

Bei der Umnutzung von Arealen sollen die bestehenden Bauten als Grundlage genutzt werden. Altbauten sollen erhalten bleiben, da sie von historischem Wert sindHistorische Voraussetzungen müssen in die Arealentwicklung miteinbezogen werden. Ehemalige Industrieflächen sollen umgenutzt, aber nicht entfremdet werden. Dadurch kann vorhandenes Baumaterial, welches oft aus wertvollen Rohstoffen besteht, wiederverwertet werden. Es sollen zudem keine neuen Bürogebäude gebaut werden, solangen noch Büroräumlichkeiten leer stehen.

 

5. Mehr Grünflächen und Pflanzen in der Stadt

Grünflächen im öffentlichen Raum sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen und tragen somit zur Artenvielfalt bei. Ausserdem haben Grünflächen auchmikroklimatische Effekte; sie führen zu einem Ausgleich bei Temperaturextremen, binden Feinstaub und haben eine Filterwirkung. Alles Folgen, welche sich vorteilhaft auf das Stadtklima und die Lebensqualität auswirken. Darüber hinaus führt eine vermehrte Begrünung, beispielsweise auch auf Dächern, zu einer optischen Aufwertung des Stadtbildes.

 

 

Das junge grüne Bündnis Nordwest wünscht sich von Seiten der Regierung volles Engagement für die Realisierung einer visionären und innovativen Stadtentwicklung und setzt sich für die Mitsprache bei einem lebendigen Gestaltungsprozess ein.

 

Für das jgb-nordwest

 

Paula Carle
Vorstandsmitglied jgb nordwest

076 749 26 13

Raffaela Hanauer 
Co-Präsidentin jgb nordwest
079 414 93 37 (erst ab 18:00 erreichbar)

Jo Vergeat
Vize-Präsidentin jgb nordwest
078 644 93 33

Junges Grünes Bündnis Nordwest
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