Login

Wirtschaft und Umweltgedanke verknüpfen - Ja zur Initiative „Grüne Wirtschaft“

Wollen wir eine „Grüne Wirtschaft“? Am 25. September stimmen wir über die Initiative der Grünen ab. Vor etwa 6 Jahren wurde diese Initiative geplant und geprüft, bevor man ans Unterschriften sammeln ging. Ich war zu dieser Zeit gerade Praktikantin im Sekretariat der Grünen Schweiz in Bern und kann mich noch gut daran erinnern. Deswegen bin ich sehr gespannt, was die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 25. September zu dieser Initiative sagen werden. Ich hoffe, dass sie angenommen wird. Dafür wird das junge grüne bündnis auch noch ein paar Mal auf die Strasse gehen.

Ich habe selber miterlebt, dass die Initiative gut durchdacht wurde. Vor allem möchte sie das ändern, was den Grünen oft vorgeworfen wird – dass sie „nichts von der Wirtschaft verstehen“. Was stimmt ist, dass wirtschaftlichen Fragen für die Grünen lange nicht die zentralen Fragen waren. Unser Wirtschaftssystem ist jedoch, so würde ich sagen, der Hauptgrund für die Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt. Die Initiative „Grüne Wirtschaft“ verknüpft nun erstmals Grundsätze der Wirtschaftspolitik mit einem Umweltgedanken. Im Verfassungsartikel zur Wirtschaftspolitik werden dem Bund neu Kompetenzen gegeben, mit welchen dieser Massnahmen verabschieden kann, um die Wirtschaft in eine grünere und umweltfreundlichere Richtung zu lenken. Zum Beispiel mit Subventionen, steuerlichen Anreizen oder Vorschriften über Standards oder den Ressourcenverbrauch. Die Übergangsbestimmung verlangt, dass bis im Jahr 2050 die Schweizer Wirtschaft so funktionieren soll, dass der „ökologische Fussabdruck“ nur noch eine Erde beträgt. Aktuell beträgt er für die Schweiz mehr als drei – das heisst, wenn alle Menschen so wirtschaften und leben würden wie alle Einwohner und Einwohnerinnen der Schweiz, bräuchte es (für die benötigten Ressourcen einfach)drei Mal so viel, wie uns eigentlich zur Verfügung steht. Dass dies absolut nicht nachhaltig ist, leuchtet ein. Das Ziel, nur noch eine Erde zu verbrauchen ist hoch und idealistisch – aber ein anderes Ziel können wir uns gar nicht setzen. Denn bekanntlich haben wir ja nur eine davon.

Mit dieser Initiative könnte man unglaublich viel bewirken, davon bin ich überzeugt. Sie gibt die Handhabe für unzählige umwelttechnisch sinnvolle Massnahmen, die wirklich etwas bewirken können. Man denke zum Beispiel an den ganzen Recycling-Bereich. In den Privathaushalten funktioniert das Recycling in der Schweiz relativ gut. Jedoch gibt es noch viele weitere Stoffe, die wir bis jetzt nicht recyceln. Und dies vor allem fernab der Privathaushalte, bei den Unternehmen und Produktionsstätten. In diesem Bereich steckt noch ein enormes unausgeschöpftes Potenzial. Genauso wie bei der Verpackungswut, die heute in so vielen Bereichen herrscht. Mit strengeren Vorgaben zu Verpackungsstandards könnte der Ressourcen- und vor allem der Plastikverschleiss verringert werden. Diese Beispiele zeigen: Es geht nicht um Verzicht an sich oder um Einschränkungen die Arbeitsplätze zunichtemachen. Vielmehr können durch Förderung von Innovation und Entwicklung von nachhaltigeren Produktionsmethoden auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Gleichzeitig könnte die Schweiz so auch international eine Signalwirkung haben und andere Länder auf ihrem Weg, auch ihre Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten, begleiten.

Am Ende stellt sich für mich die Frage – wollen wir das nicht alle? So zu leben, unsere Wirtschaft so einzurichten, dass wir die Erde für die zukünftigen Generationen erhalten können?

Dafür Alteingesessenes zu verändern, offen für Innovation zu sein, und versuchen, unseren Wohlstand für etwas einzusetzen, wovon wir und unsere Nachkommen profitieren können, erscheint mir ein fairer Preis.

 

Meret Rehmann, junges grünes bündnis, Liste 8 (Grossbasel West)

Zurück