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Marsch gegen Monsanto und Syngenta

Es ist ja schon eine interessante Ausgangslage, mit der wir uns hier befassen: Wir demonstrieren gegen 2 Grosskonzerne, einer davon ist ansässig in Basel und profitiert von Schweizer Infrastruktur und Schweizer Image. Die zwei genannten, Monsanto und Syngenta, erwirtschaften irgendwo auf der grossen Welt nicht nur unvorstellbare Gewinne, nein sie beuten die Menschen regelrecht aus (wie wir Europäer das schon seit Jahrhunderten machen). Die Gewinne, die sie mit ihren Giften erzielen, werden selbstverständlich nie richtig versteuert, weder hier bei uns, noch dort, wo der grosse Schaden entsteht. Die Pointe kommt aber noch: Über die heute nur noch etwa 120 für die Ernährung genutzten Arten nehmen wir diese Schweinereien auch noch zu uns und nennen es Nahrung. Wir beteiligen uns an einem kranken globalen System, in dem das Essen, aber auch der Hunger der Welt von einigen wenigen kontrolliert werden, und wir nennen es „die Zukunft der Welternährung“.

Spätestens hier müssen auch wir verwöhnten Schweizerinnen und Schweizer hellhörig werden. Denn wir, die wir uns das Denken in Systemen und Kreisläufen zu eigen gemacht haben, können davon ausgehen, dass das, was Monsanto und Co. in Umlauf bringen, mehr oder weniger direkt auch auf unseren Tellern landet. Es ist zwar kein ermutigendes Zeugnis an die Menschheit, wenn bei einem so fundamentalen, moralisch unbestreitbaren Thema wie der Ernährung unser Eingreifen nötig ist. Etwa so wie mit der Fairfood-Initiative von uns Grünen, die Richtlinien für eine zukunftsfähige Ernährung verankern will, und mit der wir den Handlungsbedarf im In- und Ausland benennen. Wenn es uns aber gelingt, mit dieser Initiative und täglicher Kritik, so wie sie hier geschieht, eine Wende bei uns herbeizuführen, so gibt uns das auch wieder Hoffnung. Es ist ja nicht so, dass Fairfood eine radikale Änderung in der Ernährungspolitik herbeiführt, es werden bloss Standards gesetzt, die selbstverständlich sein sollten, und es wird eine Thematik behandelt, deren Wichtigkeit von der Politik unbestritten sein sollte. Trotzdem ist die Initiative und jede Aktion wie diese hier entscheidend, um den Zusammenhang der Ernährungs- und Sozialproblematik aufzuzeigen. Die Hoffnung und den Schwung, die wir damit gewinnen können, haben wir übrigens auch dringend nötig. Denn wenn eine Verbesserung der Verhältnisse bei uns in Reichweite scheint, so ist es doch noch ein weiter Weg, bis wir unsere Konzerne in den Griff bekommen; ein Weg aber, den wir verpflichtet sind, zu gehen.

Bálint Csontos

Co-Präsident junges grünes bündnis nordwest
Vorstand Trinationaler Atomschutzverband TRAS
Gemeinderat Ramlinsburg

Kantonsfusion statt Kernspaltung!

Kontakt: 079 956 52 81 | [javascript protected email address]

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