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Wie gesund ist die Schweiz?

 

In diesem Beitrag geht es um den Fachkräftemangel in der Pflege, welcher in dieser Zeit grösser ist als jemals zuvor. Der Dachverband der Pflegenden SBK/ASI hat im Januar seine Mitglieder aufgefordert an einer Umfrage teilzunehmen, welche die Stimmung und die Arbeitssituation der Pflegenden veranschaulichen soll. 4’829 Pflegefachpersonen und 518 weitere in der Pflege tätige Personen antworteten.

Herausgekommen ist bei dieser nicht repräsentativen Umfrage, dass fast jede_r zweite Befragte (rund 46%) nicht genügend Zeit für ihre oder seine Patientinnen und Patienten hat. Ebenfalls 46% bemängeln, dass es in der Regel nicht genügend Personal auf der Abteilung hat. Bei der Patientensicherheit gab fast jede_r Dritte (29.49%) an, dass diese nicht in allen Schichten gewährleistet sei. Auch Gespräche mit Angehörigen kommen zu kurz: 40% der Befragten können nie mit den Angehörigen sprechen.

Im Nachtdienst sind die meisten diplomierten Pflegefachpersonen (74%) für mehr als 11 Patientinnen und Patienten verantwortlich. Ein bisschen mehr als jede_r Dritte (37%) trägt die Verantwortung für über 21 Patienten, und jede_r zehnte (10%) für mehr als 30 Patientinnen und Patienten.

Bei einer Arbeitszeit von 100% leisten praktisch alle Überstunden. Fast jede dritte Pflegefachperson (29%) arbeitet 1-2 Überstunden pro Fünftagewoche, weitere 30 Prozent mehr als 2 bis über 4 Stunden. Diese Daten stammen von der Website des SBK/ASI und sind alarmierend.

Positiv herauszustreichen ist, dass knapp 70% der Befragten von ihrer Institution in Weiterbildungen unterstützt werden, weiter werden 56% in der beruflichen Entwicklung gefördert.

Ich arbeite selber in der Pflege und  kann diese Punkte nur bestätigen, oft bin ich die einzige Fachperson für 21 Bewohner, meistens an Wochenenden. Das heisst ich muss die Medikamente für alle Bewohner am Morgen richten, sollte aber gleichzeitig mindestens 5 Bewohner pflegen und unterstützen, muss je nach Tag ausserdem Visiten von Hausärzten begleiten oder Fragen von Angehörigen beantworten. Wenn es gut kommt, sind wir knapp genügend Personal um die Bewohnersicherheit zu gewährleisten. Doch es kann immer mal wieder vorkommen, dass einem Bewohner oder einer Bewohnerin ein kleines Missgeschick passiert, und wenn du dann alleine auf der Wohngruppe bist, weil die oder der Mitarbeitende in der Pause ist, musst du diesem Bewohner helfen und lässt 9 oder 10 Bewohner_innen ohne Aufsicht. Natürlich haben wir ein Telefon, welches uns anzeigt falls jemand den Pflegerufknopf drückt, trotzdem können wir den Bewohner den wir gerade betreuen nicht einfach alleine lassen. Viele werden sagen; „dann müsst ihr die Pause besser einteilen“. Es tut mir leid, aber ein Mensch ist nun einmal ein Mensch, es kann immer etwas passieren.

Ich bin darum froh, dass die Pflegeinitiative lanciert wurde und stehe hinter den Forderungen der Initianten. Diese können auf http://www.pflegeinitiative.ch/#forderungen nachgelesen werden. Und ich hoffe, dass sich durch die Wahlen am 20. Oktober etwas ändert, nicht nur in der Pflege, sondern allgemein in der Gesundheitsbranche der Schweiz.

Ich bitte euch deshalb: Geht wählen und informiert euch, welche Politiker_innen sich dafür einsetzen, dass der Pflegemangel kontinuierlich abgebaut wird.

Und wenn ich euch dafür eine kleine Wahlempfehlung abgeben darf: Wählt mich am 20. Oktober in den Nationalrat, wählt die Liste 77 im Baselland. Ich werde mich einsetzen und meine Erfahrung in der Pflege nutzen, damit nicht nur wir Pflegenden, sondern auch die Patient_innen und Bewohner_innen zu ihrem Recht kommen; das Recht wahrgenommen zu werden. Weiter bitte ich euch, wählt Maya Graf in den Ständerat. Maya hat schon einige Jahre Erfahrung im Thema Gesundheitspolitik, sie ist im Nationalrat in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit.

Wenn ihr aus dem Kanton Zürich kommt, dann bitte wählt Anika Brunner. Sie hat selbst bei der Sammlung der Unterschriften für die Pflegeinitiative mitgeholfen und ist was den Bereich Gesundheit und Pflege angeht, die Fachperson.

Ich danke euch und hoffe auf eure Unterstützung und Stimme am 20. Oktober.

Pascal Zbinden

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